Neuer Gendefekt: IMM

Forscher haben einen neuen Gendefekt namens "Immunvermittelte Myostitis (IMM)" gefunden. Dabei handelt es sich um eine Art Muskelschwund, vor allem an der Hinterhand, welcher häufig durch Infektionen und Impfungen ausgelöst wird.

 

Symptome:

• Muskelschwund (v.a. Hinterhand)

• Muskelsteifheit

• Allgemeine Schwäche

 

Betroffene Rassen: Quarter Horse und verwandte Rassen

 

Allgemeine Informationen:

• IMM wird häufig durch äußere Faktoren ausgelöst. In etwa 39% der dokumentierten IMM-Fälle war bei dem betroffenen Pferd eine vorangegangene Infektion oder Impfung bekannt.

• IMM tritt hauptsächlich bei Quarter Horses und verwandten Rassen auf.

• Betroffene Pferde zeigen die beschriebenen Symptome meist im Alter vor 8 Jahren oder nach 17 Jahren.

• Der Muskelschwund kann sehr schnell fortschreiten und für einige Monate anhalten.

 

Weitere Informationen finden Sie hier.


PSSM

Bei PSSM handelt es sich um einen autosomalen dominanten Erbgang, d.h. dass es bereits bei einem betroffenen Allel zur Erkrankung kommen kann. Der Paint Horse Club Germany e.V. appelliert an die verantwortungsvollen Züchter mit ausschließlich gesunden und getesteten Pferden zu züchten. 

Laut der zurzeit gültigen Gesetzeslage darf die Züchtervereinigung zum jetzigen Zeitpunkt für PSSM positive Pferde (N/PSSM und PSSM/PSSM) kein Zuchtverbot laut Tierzuchtgesetz aussprechen. Aber nach dem Tierschutzgesetz (Abschnitt 8, § 11b) ist es verboten und der Züchter macht sich strafbar, wenn er mit Tieren züchtet, die später wissentlich eine erblich bedingte Verhaltensstörung aufweisen. 

Mit dem Labor LABOKLIN hat der Zuchtverband Rabatte für die Gentests erwirkt und den Züchtern und Mitgliedern stehen Sonderkonditionen zur Verfügung. Das Labor ist Inhaber des Europäischen Patentes zur Feststellung des Vorliegens einer Polysaccarid-Speicher-Myopathie (PSSM) und hat für diese Untersuchung die Lizenz für den PSSM-1-Gentest erworben und besitzt somit das alleinige Untersuchungsrecht in Europa (akkrediert nach DIN EN ISO 17025 (AKS-PL-20922)).

 

Nähere Informationen hierzu, wie z.B. Untersuchungskosten, Vorgehensweise bei den Probeentnahmen, Untersuchungsauftrag etc., erfragen Sie bitte im Zucht- und Servicebüro des PHCG.

 

Unser gemeinsames Ziel ist es, gesunde und leistungsstarke Pferde mit Blick auf den Zuchtfortschritt zu züchten. Daher bittet der PHCG e.V. alle Züchter und Mitglieder um Verständnis für diese Maßnahmen.


Eintragungen ins Zuchtbuch

Regelungen des Paint Horse Club Germany e.V. über den Umgang mit Gendefekten und DNA für die Eintragung ins Zuchtbuch:

 

Hengste:

Ab dem Jahr 2012 müssen alle Hengste, die beim Paint Horse Club Germany e.V. zur Körung vorgestellt werden, auf die Erbdefekte PSSM Typ-1 (Polysaccaride Storage Myopathy), HERDA (Hereditary Equine Regional Dermal Asthenia), GBED (Glykogen Branching Enzym-Defizienz) und OLWS (Overo Lethal White Syndrom) getestet sein. Auf die genannten Erbdefekte muss im Vorfeld getestet werden.

 

Stuten:

Ab dem Jahr 2012 müssen alle Stuten, die beim Paint Horse Club Germany e.V. zur Stutbucheintragung vorgestellt werden, auf den Erbdefekt PSSM Typ-1 getestet sein. 

 

Spätestens zur Eintragung ins Zuchtbuch (Stutbuch I/II/Anhang) muss eine DNA-Typisierung angelegt werden. 

 

 

Der Zuchtverband empfiehlt Zuchtstuten auf die rezessiven Erbgänge HERDA, GBED und OLWS testen zu lassen, um so eine sinnvolle Verpaarung zu gewährleisten.